Zur Zeit führen Ärzte, Polizei und Fachexperten der Suchtprävention eine kontroverse Diskussion mit Politikern um die Legalisierung von Cannabis. Übereinstimmend sind sie der Meinung, dass der Eigengebrauch von Cannabis nicht bestraft werden solle. Ich habe Cannabis selbst zu Genüge geraucht und bestätige: Cannabis macht nicht süchtig und auch nicht aggressiv, ganz im Gegensatz zu Alkohol. Ich führe die Gründe für eine Legalisierung auf.

Warum legalisieren?

Entkriminalisierung
Durch die Legalisierung der „weichen Droge“ Cannabis würden Menschen entkriminalisiert werden, die sich – wie Millionen Bürger durch Alkohol und andere legalen Drogen – gelegentlich einen Rausch gönnen, um sich vom stressigen Alltag zu erholen. Ein Vertreter des Bundes Deutscher Kriminalbeamte gab an, dass mehr als die Hälfte aller polizeilich bekannten Drogendelikte auf Cannabiskonsum zurückzuführen sind, von denen jedoch die meisten aufgrund zu geringer Mengen fallen gelassen werden. Eine Legalisierung würde hier viel Zeit und Kosten sparen.

Cannabis hat zahllose heilende Eigenschaften
Seit dem 10.03.2017 darf Cannabis von jedem Arzt verschrieben werden. Wissenschaftlich erwiesen lindert es chronische und krebsbedingte Schmerzen, wirkt beruhigend bei ADHS und Aggressionen, soll überdies Ticks bei Tourette mindern, spastischer Lähmung entgegen wirken und gegen Depressionen, Schlaflosigkeit und Epilepsie helfen. Untersucht wird auch eine wahrscheinliche Verhinderung des Tumorwachstums. Pharmakonzerne wittern daher nicht ohne Grund ein großes Geschäft, welches eine Legalisierung verhindern würde. Laut Statistik der bzga starben 2016 etwa 74.000 Menschen an den Folgen von Alkohol, 200.000 Menschen durch Nikotin und 1.333 Menschen durch Drogen. Bis heute ist allerdings kein einziger Todesfall bekannt, der erwiesenermaßen auf Cannabiskonsum zurückzuführen ist.

Keine Macht den Dealern, keine Macht dem Dreck
Ein Großteil der Dealer strecken Cannabis mit Blei, um es schwerer zu machen und somit ihren Umsatz in die Höhe zu treiben. Blei gilt jedoch als schwer krebserregend, oft bricht dieser erst Jahre nach dem Konsum aus. Zudem wird der THC-Anteil (Tetrahydrocannabinol, der Wirkstoff von Cannabis) so unnatürlich in die Höhe gezüchtet, dass junge Menschen in die Psychose getrieben werden und letztendlich in der Psychatrie behandelt werden müssen. Diesen Menschen bin ich in den letzten zehn Jahren als Krankenpfleger in verschiedenen psychatrischen Kliniken und Wohneinrichtungen zuhauf begegnet um zu wissen, dass die meisten Folgen auf die Konten verunreinigter oder künstlich intensivierter Drogen gehen. Dies führt mich zum nächsten Punkt:

Staatseinnahmen durch kontrollierten Anbau
Nach der Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes würden lizenzierte Händler, die vom Staat beauftragt werden, Cannabis unter strengen Regeln und Vorgaben durch ärztliche Kontrollen anbauen. Der Staat hätte Einnahmen in Milliardenhöhe, die wiederum in Prävention, Rehabilitationskuren und ärztliche Interventionen investiert werden können, um aus Alkohol- und Drogensüchtigen würdige Bürger zu machen.

Fazit:
Ich wünsche unserer Gesellschaft einen Bewusstseinswandel und fähige Politiker, die in der Drogenpolitik einen anderen Weg beschreiten. Eine Regierung, die lediglich der „Drogenmafia“ den Krieg erklärt, kann und wird niemals gewinnen. Zu diesem neuen Weg gehört im ersten Schritt die Legalisierung von Cannabis. Damit würden die Konsumenten dieser sogenannten „weichen Droge“ entkriminalisiert werden und der Staat hätte Einnahmen in Milliardenhöhe. Bisher fließt diese Summe in die Taschen korrupter Anbauer und Dealer. Gäbe es einen staatlich kontrollierten Cannabisverkauf, wären die Substanzen frei von Blei oder anderen gefährlichen Streckmitteln. Unter staatlicher Kontrolle ließe sich auch der derzeit hohe THC-Gehalt der Cannabis-Pflanzen auf ein verträgliches Maß reduzieren. Viele Jugendliche könnten so vor schweren Psychosen bewahrt werden.

Jedoch sollte nach meinem Verständnis und Fachwissen die Legalisierung erst ab dem 21. Jahr gelten, da erst im 20. Lebensjahr die Produktion der Wachstumshormone und die Gehirnentwicklung abgeschlossen ist. Jeglicher Eingriff in diese Entwicklung schadet ihr, dies gilt natürlich vor Allem für das hochgezüchtete THC (Tetrahydrocannabinol) der Anbauer als auch für die Giftstoffe der Zigarette, sowie für das Zellgift Ethanol (Alkohol). Und hier werden Zellen nach einem Rausch nicht mehr erneuert. Sie werden für immer „versoffen“.